Vorbereitungen und Tipps

Ein Praktikum bei PROCEDI – warum?

Im Vorhinein:

Warum haben wir uns überhaupt für PROCEDI entschieden?

Wir haben letztes Jahr unser Abitur gemacht und für uns beide war klar, dass wir nach der Schule noch mal Auszeit von Lernen und Uni haben und uns gerne in einem sozialen Projekt engagieren wollen. Wir beide kannten PROCEDI schon aufgrund unserer Arbeit in verschiedenen Kirchengemeinden und aus dem EJW, in dem wir beide auch den Ausbildungskurs zum Jugendleiter gemacht haben. Damit ihr auch eine kleine Vorstellung des Projekts bekommt, wollen wir euch unsere Arbeit hier etwas näher vorstellen:

Aufgaben eines Praktikanten: 

Die Aufgaben der Praktikanten sind sehr unterschiedlich und hängen von den jeweiligen Personen, ihren Stärken und Fähigkeiten ab. Jedoch gibt es auch einige Dinge, die immer wieder anstehen und mit eurer Hilfe erledigt werden müssen:

 

  • Unterstützung des Teams in jeglicher Hinsicht (Lehrervertretung, Kopieren,...)
  • Mithilfe in der Küche: Zur Küchenarbeit gehört auch das Aufräumen und das Zusammenstellen der wöchentlichen Essenspläne. Somit soll eine ausgewogene und gesunde Ernährung der Kinder sichergestellt werden.
  • Wöchentlich sollten kleine Berichte mit Text und Fotos nach Deutschland geschickt werden. Diese werden dann auf die Internetpräsenz www.procedi.de gestellt und auf Facebook gepostet.
  • Seit diesem Schuljahr gibt es feste Duschtage (Montag und Mittwoch) an denen es eure Aufgabe ist, gemeinsam mit den Lehrern die einzelnen Klassenstufen zu duschen. Dazu gehören auch ein besonderes Läuseshampoo und das Entlausen mit einem Kamm.
  • Donnerstags finden seit einigen Jahren schon die “Cascos en accion” statt. Das ist eine Art AG, bei der sich die Kindern in Gruppen verschiedenen Themen widmen und dabei ihre eigenen Interessen einbringen können und ihre Stärken kennenlernen und vertiefen. Die Cascos werden von verschiedenen Lehrern geleitet und ihr dürft gerne mithelfen.

Ansonsten ist eurer Kreativität erstmal keine Grenze gesetzt. Schlagt eure Ideen vor und zusammen könnt ihr schauen, wie diese umgesetzt werden können. Wir beispielsweise haben mit den Kindern Armbänder geknüpft, eine Präsentation über Verhütung und sexuelle Aufklärung vorbereitet (ein Thema, das in diesem Land gerne mal verschwiegen wird), Spiele mit den Kindern gespielt, mit ihnen gesungen und Musik gemacht, beim Englischunterricht mitgeholfen und hatten noch viele weitere Ideen zu verschiedenen Themen.

Generell wollen wir euch Mut machen, euch nicht zu sehr “einschüchtern” zu lassen. Bringt eure eigenen Ideen ein, auch wenn sicherlich nicht alles sofort auf Begeisterung stoßen wird. Verbringt vor allem viel Zeit mit den Kindern! Wir sind uns ganz sicher, dass ihr eine tolle Zeit verbringen werdet und einzigartige Erfahrungen sammelt, die euch sicherlich sehr lange und in guter Erinnerung bleiben werden, auch wenn es nicht immer leicht wird- sowohl mit der Hitze als auch mit dem Team. Aber dann einfach dranbleiben! Solche Phasen gehen auch wieder vorbei!

 

Vorbereitung in Deutschland:

Zu einem Aufenthalt in einem Land so weit weg von Zuhause gehören natürlich auch einige weitere Vorbereitungen, die schon von Deutschland aus getroffen werden müssen.

  • Impfungen: In Guatemala sind einige Impfungen vonnöten, die man normalerweise in Deutschland nicht braucht. Wir sind gegen Tollwut, Hepatitis A und B, Diphterie und Typhus geimpft worden. Tollwut ist vor allem für die Arbeit im Viertel von PROCEDI wichtig, da sich hier einige kranke Hunde aufhalten, die euch die Krankheit im schlimmsten Falle übertragen könnten. Hepatits A und B sind Krankheiten, die meistens in Ländern mit sehr warmem Klima auftreten und durch verunreinigte Nahrung übertragen werden.
  • Malaria und Dengue-Fieber: Guatemala ist in einigen Teilen des Landes bekannt als Malaria-Gebiet. Jedoch trifft das nicht auf die Hauptstadt zu, in der ihr voraussichtlich eure meiste Zeit verbringen werdet. Es gibt zwar einige Formen der Malaria-Vorsorge, jedoch haben uns unsere Ärzte davon abgeraten.
  • Eine weitere tropische Krankheit, die auftreten kann, ist das Dengue-Fieber- eine Viruserkrankung, gegen die es leider keine Vorsorge-Medikamente oder Impfungen gibt. Als Schutz bleibt einem also nur, sich möglichst gut vor Insektenstichen zu schützen, indem man Insektenschutzmittel (z.B: Anti Brumm oder No Bite) aufträgt oder unter einem Mückennetz schläft. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass dies lediglich an verschiedenen Orten, wie beispielsweise am Meer oder dem Peten notwendig ist. In der Stadt braucht man solchen in der Regel nicht.
  • Bank: Um Gebühren beim Abheben oder Probleme mit Geldautomaten zu vermeiden, empfehlen wir euch, ein Internetkonto bei der DKB einzurichten. Bei Einrichtung dieses Kontos bekommt man ein Girokonto und eine zugehörige Visa-Karte, mit der man weltweit kostenlos abheben kann. Mit der Visa-Karte bekommt ihr in der Regel auch kein Problem, was Geldautomaten anbetrifft. Die meisten Geldautomaten nehmen Visa an und nur wenn man direkt mit der Karte im Laden bezahlt, werden Gebühren abgerechnet. Die gängigsten Bankautomaten hier vor Ort nennen sich 5B und Bi (Banco Industrial). Eine weitere gute Alternative ist die kostenlose Postbank Sparcard mit der man im Ausland auch kostenlos abheben kann (an allen Automaten mit VisaPlus-Zeichen).
  • Internet: Ihr werdet voraussichtlich kein WLAN in der Familie, in der ihr wohnt oder in der Wohnung, die ihr bezieht, haben. Wir haben das “Problem” so gelöst, dass wir uns durch einen Telefonanbieter vor Ort, eine neue Prepaid-Karte zugelegt haben, mit der wir monatlich mobiles Internet benutzen und somit mit Freunden und Familie in Kontakt treten können, denn auch hier benutzen die Leute Smartphones und Internet ;) Wir haben auch unsere normalen Handys mitgenommen und sie sind uns bisher auch nicht abhanden gekommen. Also raten wir euch: lasst nicht alles zuhause, was euch wichtig ist und ihr gerne in Deutschland benutzt. Solange man gut auf seine Sachen aufpasst, passiert einem in der Regel auch nichts.
  • Verhalten in der Öffentlichkeit: Generell müssen in dieser Hinsicht einige Verhaltensregeln beachtet werden. Guatemala an sich ist ein sehr konservatives und vom Katholizismus geprägtes Land. Das heißt vor allen Dingen in der Stadt ist auch bei sehr warmem Wetter eine lange oder zumindest eine Hose, die bis zu den Knien reicht angesagt- auch wenn es manchmal ätzend ist! Wir haben vor allem auch die Erfahrung gemacht, dass man sehr viel angestarrt wird, da viele Leute nicht an Weiße gewöhnt sind. Einem wird oft hinterher gepfiffen oder man wird angesprochen – aber damit lernt man schnell umzugehen. Auch sollte man auf übermäßigen Schmuck verzichten.
  • Darüber hinaus gilt auch: Passt gut auf eure Sachen auf! Überlegt euch gut, welche Wertsachen ihr wohin mitnehmen wollt. Tragt nicht zu viel Bargeld mit euch rum, holt das Handy nicht auf der Straße raus, sonst ist mal schnell ein Motorradfahrer an euch vorbeigerauscht und hat euch das Handy aus der Hand gerissen. Tragt eure wichtigsten Gegenstände wie Handy und Kreditkarte unter Umständen irgendwo dicht am Körper und fertigt von allen wichtigen Dokumenten Kopien an, damit ihr euch notfalls ausweisen könnt (schickt euch am Besten einen Scan an euer E-Mail-Postfach).
  • ”Must-Haves”: So blöd das auch klingen mag: Versorgt euch mit Durchfall-Tabletten. Natürlich kommt es ein bisschen auf euch und euren Magen an, jedoch gibt es einige Personen, die sehr anfällig sind für Magenprobleme, da die Ernährung generell sehr anders ist, als in Deutschland. Legt euch generell eine Reiseapotheke zu, in der ihr euch für alle Fälle wappnet, also: Schmerztabletten, etwas gegen Fieber, Pflaster... Es gibt eine Reiseapotheke, die man sich für Auslandsaufenthalte und Arbeit in Projekten bestellen kann: www.difaem.de. An dieser List haben wir uns teilweise auch orientiert und können es empfehlen- schaut mal vorbei! Solltet ihr jedoch krank werden, gibt es eine gute medizinische Versorgung vor Ort.
  • Packt euch auch nicht nur Klamotten ein, die ihr nicht leiden könnt oder die schon sehr alt sind. Ihr werdet euch darin selbst nicht wohlfühlen und um es noch einmal zu sagen: Auch Guatemalteken laufen normal rum ;) (Im Projekt werdet ihr mit PROCEDI-T-Shirts versorgt, die ihr hier tragen könnt).
  • Frauen sollten sich zudem Tampons einpacken, da diese nicht überall erhältlich sind. Auch kann auf Reisen ein kleiner dünner Schlafsack praktisch sein.
  • Tipps von uns: Unser wichtigster Tipp zunächst: Habt viel Spaß, lernt viel Neues und genießt eure Zeit! Zunächst noch etwas zur Sprache: Vielleicht erscheint die Sprache Spanisch zunächst wie eine große Hürde für euch aber wir können euch versichern, ihr kriegt das hin. Auch wir konnten kein Spanisch als wir herkamen und wurden trotzdem sehr herzlich empfangen. Habt einfach keine Angst vor Fehlern, sondern versucht so viel wie möglich zu sprechen, denn Übung macht den Meister und es wird euch niemand böse sein, wenn ihr ihnen nicht in perfekter Grammatik antwortet.
  • Ein anderer Tipp: Reist viel und genießt all die schönen Orte, die Guatemala zu bieten hat! Entdeckt außerdem die Stadt für euch! Auch wenn Guatemala Stadt echt nicht sehr ansehnlich ist, gibt es viel zu sehen und vieles zu unternehmen.

 

Reisen in Guatemala: Guatemala ist ein sehr schönes Land zum Reisen, doch muss man auf einige Dinge achten. Nicht alle Reiseagenturen sind 100% vertrauenswürdig, wir mussten leider auch eine schlechte Erfahrung machen, daher unser Tipp: organisiert euch eure Reisen einfach selbst. Es gibt viele günstige Angebote für Shuttlebusse und Hotels (Seiten: booking.com, hostelworld.com, Flyer vor Ort). Für weitere Reisen zum Beispiel nach Peten, bzw. nach Flores (Tikal), bietet sich die Busagentur “Linea Dorada” an. Sie kostet pro Fahrt um die 20 Euro, hat klimatisierte Busse und ist sicher. Die weiteren Fahrten haben wir über verschiedene Agenturen gebucht, die vor Ort waren beziehungsweise teilweise auch über Hostels. An Hostels, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben, können wir euch empfehlen:

 

  • Antigua: Hostal “Antigua”- Dorm: ca. Q80 pro Nacht, sehr zentral gelegen
  • Semuc Champey: Hostal “El Portal”- Dorm: Q50 pro Nacht, direkt am Eingang nach Semuc gelegen, einfache Ausstattung aber nette Atmosphäre
  • Panajachel: “Sotz” Hostel- direkt an der Hauptstraße gelegen, Kosten pro Nacht liegen unter 10 Euro und das Frühstück ist inklusive
  • Flores: Hostal “Los Amigos”- schönen Aufenthaltsraum mit Garten, gutes Essen, pro Nacht um die zehn Euro
  • Monterrico: Hostal “El Delfin”- Dorm: Q50 pro Nacht pro Person, an Feiertagen teurer, mit Pool und direkt am Strand gelegen, sehr einfache Ausstattung aber für den Preis in völlig in Ordnung
  • Belize (Caye Caulker): “Sea and Sun”- schöne Zimmer, ca. 40 Belize-Dollar pro Nacht, Kochmöglichkeit (Gutes Ziel für Visumverlängerungen)

 

Abschließend gesagt: Kommt her, lernt ein tolles Land und ein tolles Projekt kennen und erlebt eine unvergessliche Zeit!

Alles Liebe und Gute wünschen euch Magda und Annika

 

 

Kontakt

Marina Kallis
marina@procedi.de

Lotte Rendel
lotte@procedi.de

Markus Gränz
markus@procedi.de